Dass wir uns ein Bild von der Welt machen können, ist Hybris und Versprechen der Agentur Magnum und all der Fotografen, die seit mehr als 60 Jahren für sie die Welt bereisen. Krieg, Elend, Ausbeutung, Unschuld, Schicksal, Schönheit, Tote fürs Museum: Zwischen der Ästhetisierung des Schreckens und der Wucht ihrer moralischen Botschaft versuchen die Magnum-Fotografen einen Weg zu finden, der sie nicht in selbst verschuldete Klassizität abgleiten lässt. Denn der Macht der Bilder, die sie feiern, drohen sie manchmal auch zu erliegen. Dem Schatten der stilprägenden ikonografischen Idole wie Robert Capa, Elliott Erwitt oder Philippe Halsman will eine neue Generation mit mehr Alltag, mehr Leere, mehr Farbe entkommen: Jonas Bendiksen, Alex Majoli, Trente Parke heißen die jungen Stars im an Stars reichen Feier-Band "Magnum Magnum", der die ganze beeindruckende Breite der Magnum-Fotografen ausbreitet und damit auch die Breite dessen, was Menschen durchleben – sie sterben viel und lieben selten, dafür aber heftig. Was am Ende bleibt, ist die schöne, große Magnum-Botschaft: die Feier des Menschen, als strampelnde, schwitzende, würdevolle Kreatur. GD