Die Schwerkraft abstreifen, die klebrige Realität hinter sich lassen, dem Licht entgegenfliegen… Ikarus hat den Urtraum aller Menschen geträumt, der viele Formen kennt. Tanzen wäre eine dieser Formen, und der Fotograf Edward Steichen hat sie in seinem Bild von Renée und Antonio de Marco 1935 in Szene gesetzt. Steichen war 100 Jahre alt, als er 1973 starb, er hat mit vielen Künsten experimentiert, vor allem aber in der Fotografie alles ausgelotet, was das Medium konnte, Naturstudien, experimentelle Exerzitien, Glamourporträts, Mode, Werbung, Kriegsberichterstattung. Und immer zeigen die Bilder dies: Erscheinungen. Erleuchtungen. Erinnerungen an das, wonach wir uns sehnen. Eine große Ausstellung von Steichens Werks ist in Paris eröffnet, wird weiterziehen nach Lausanne, endlich nach Madrid, aber für alle, denen das zu weit ist, gibt es dieses wundervolle, mit erklärenden Essays ergänzte Buch. SM