Nein, persönlich könne er Holzspielzeug nicht viel abgewinnen, sagt Josef Aschenbrenner. Und Brettspiele seien auch nicht seine Sache. Lieber trifft er sich nach Feierabend mit den Freunden vom Schützenverein auf eine Runde Schafkopf. Immerhin hat er dann schon acht Stunden lang Bauklötze in den Fingern gedreht, das Holz begutachtet, den Schliff geprüft, getestet, ob die Farbe gleichmäßig trocknet. Spielwaren sind ein Saisongeschäft: Im ersten Halbjahr beschäftigt Aschenbrenners Arbeitgeber Heros rund 130 Mitarbeiter. Vor Weihnachten sind es über 200. In dem Zweieinhalbtausend-Einwohner-Dorf Lam im Bayerischen Wald ist der Spielwarenhersteller der größte Arbeitgeber. Ganze Familien arbeiten hier. Aschenbrenners Sohn hat als Kind mit den Bauklötzen gespielt, jetzt stellt er sie selbst her. Rentner und Mütter mit kleinen Kindern verpacken die Klötzchen in Heimarbeit.

Auch wer zu Weihnachten ein Brettspiel verschenkt, hat gute Chancen, dass die Figuren durch die Hände von Josef Aschenbrenner gegangen sind. Heros drechselt zum Beispiel Spielsteine für die Siedler von Katan oder Mensch ärgere Dich nicht. Seit aus Angst vor Vergiftung niemand mehr eine Barbie kämmen möchte, hat der Umsatz kräftig angezogen. Einige Kunden haben im November noch einmal nachbestellt. Selbstverständlich sei er stolz, wenn jetzt wieder die ganze Welt Spielsachen aus seiner Produktion unter den Weihnachtsbaum legt, sagt Aschenbrenner, "sonst wäre ja der ganze Fleiß umsonst!". Ein Lieblingsspielzeug hat er nicht, aber empfehlen würde er die Baustellen: "Die sind schnell aufgerichtet und auch schnell wieder weggeräumt." Für viele Eltern sicher ein schlagendes Argument. Julian Hans

Ausbildung: Tischlerlehre
Einstiegsgehalt: 20.000 Euro
Arbeitszeit: 37,5 Stunden/Woche