Das Werk eines Literaturnobelpreisträgers als Inspiration zu nutzen ist nicht die schlechteste Idee. Der Münchner Fotograf Georg Kürzinger war von den Romanen des ägyptischen Schriftstellers Nagib Machfus fasziniert und reiste mehrmals auf Dichters Spuren durch Dichters Land. Zwischen 1998 und 2001 entstanden in Kairo und andernorts Fotoserien, von denen jetzt eine Auswahl unter dem Titel Das Ägypten des Nagib Machfus im Frankfurter Museum der Weltkulturen zu sehen ist. Hier wird der Besucher mit durchaus sperrigen Themen konfrontiert. Die knapp sechzig Aufnahmen, begleitet von Textauszügen aus Machfus’ Büchern, stehen unter Überschriften wie "Islam", "Opferfest und Ramadan", "Männer", "Frauen". Sie bieten reichlich Stoff zum Nachdenken und machen eindrucksvoll klar, wie gut man Geschichten auch mit der Kamera erzählen kann. Wohlgemerkt: keine Märchen aus Tausendundeiner Nacht. B.W.

Bis 4. Mai 2008. Di + Do–So 10–17 Uhr, Mi 10–20 Uhr, Eintritt 3,10 Euro. Museum der Weltkulturen, Schaumainkai 37, Frankfurt am Main, Tel. 069/21235913, www.mdw-frankfurt.de