Die Ökonomisierung des Sozialen hat offensichtlich Folgen für die Abwertung von »Überflüssigen« und »Nutzlosen«. Angesichts der wachsenden Kontrolle des Kapitals über die weitere wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung und des gleichzeitigen Kontrollverlustes nationalstaatlicher Politik in den vergangenen Jahrzehnten bleibt die Frage nach der Zukunft offen. Sie muss nicht zwangsläufig in vereisende Problemzonen hineinführen.

Einleitend wurde von positiven Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und auch im Bereich der feindseligen Einstellungen berichtet. Im Licht der hier vorgestellten Ergebnisse sind diese jedoch mit Vorsicht zu beurteilen. So kann der angebliche »Aufschwung«, reduziert man ihn auf nackte Arbeitslosenziffern, mit dem moralischen Niedergang der Gesellschaft einhergehen, der sich unter anderem in einer »Renaturalisierung« von Ungleichheit zeigt. Hinter den angeblich wertfreien Effizienz- und Nutzenkalkülen können Ideologien der Abwertung verborgen sein, ohne dass diese thematisiert werden.

Die Langzeituntersuchung wird von einem Stiftungskonsortium unter Federführung der VolkswagenStiftung finanziert. Die gesamten Ergebnisse sind in dem Band »Deutsche Zustände«, Folge 6 (Suhrkamp), enthalten