Sie wirken entspannt und heiter. Haben Sie bessere Laune als früher? Ihren jüngsten Film "Vicky Cristina Barcelona", der 2008 in den USA in die Kinos kommt, haben Sie sogar im sonnigen Spanien gedreht.

Ich mag Europa, und meine Frau mag es auch. Sie und die Kinder hatten einen wunderbaren Sommer in Barcelona. Ich habe viel Jazz gespielt, zwei Mitglieder meines Orchesters haben mich besucht. Wir haben ein paar Tage in Paris verbracht, in Venedig, auf Sardinien. Es war toll!

Haben Sie etwa die Sonne genossen?

Ich habe sie gehasst. Zweimal bin ich zum Arzt gerannt, weil ich mir sicher war, Hautkrebs zu haben. Auch beim Filmen hat die Sonne gestört. Wir mussten riesige weiße Laken aufspannen, um sie abzuhalten. Kostbare Stunden haben wir damit zugebracht.

Warum haben Sie sich das angetan?

Ganz einfach – sie haben gesagt: Wir geben dir viel Geld, wenn du den Film in Barcelona drehst. Gut, wenn sie mir dasselbe über Somalia gesagt hätten, hätte ich erwidert: Verzeihung, ich kenne mich dort zu wenig aus, ich wüsste nicht, welche Story dorthin passt, ich würde ungern drei Monate dort leben. Aber Barcelona? Eine sehr romantische Stadt. Bloß nach dem Dreh, als ich nicht mehr jeden Tag mit Penélope Cruz und Scarlett Johansson arbeitete, begann ich New York zu vermissen.

Ist das auch eine Form, die Realität zu verdrängen: sich in junge Schauspielerinnen zu verlieben? Es dürfte schwer sein, mit Scarlett Johansson zu arbeiten, ohne ihrem Charme zu erliegen.

Wir hatten auf dem Set eine Menge Spaß, aber wir haben uns nicht einmal privat getroffen. Nicht ein Abendessen, keinen einzigen Drink.

Es ist ihr dritter Film zusammen!

Wir haben eine rein berufliche Beziehung. Aber ich gebe zu: Auf dem Set ist sie der Traum eines Regisseurs – schön, talentiert, smart, nett, eine Schauspielerin ohne jegliche Grenzen.

Die Fragen stellte Anita Blasberg