Sie haben mit vier weiteren Autoren das Buch »Schattendasein – das unverstandene Leiden Depression« geschrieben. Was ist besonders daran?

Bisher gab es nur entweder Fachbücher von Spezialisten oder Erfahrungsberichte Einzelner. Wir dagegen haben die Beiträge hunderter Betroffener, sogenannte Postings, aus dem Internetforum des Kompetenznetzes Depression ausgewertet.

Die Forumsteilnehmer schildern sehr persönliche Erfahrungen. Sind alle Beiträge echt?

Ja, die Inhalte sind authentisch. Wir wollten die Vielschichtigkeit depressiven Erlebens abbilden, denn es kann jeden treffen, Hochschulprofessoren wie Bauarbeiter. Aber wir haben natürlich Umgangssprachliches und die Rechtschreibung korrigiert und aus rechtlichen Gründen die Namen der Medikamente durch die Wirkstoffklassen ersetzt.

Die Autoren haben sich über das Forum kennengelernt. Ist es also ein Fachbuch von Laien?

Vier von uns sind oder waren selbst depressiv, eine Autorin hat ihren depressiven Ehemann über lange Zeit begleitet. Es war uns wichtig, dass alle Passagen von einem Arzt gegengelesen und geprüft wurden. Wir berichten über Medikamente und Psychotherapien, das muss ja fachlich richtig sein.

War die Arbeit nicht zu eng am selbst Erlebten?