Was ist überhaupt die Alpinpolizei?

Wir sind rund sechzig Polizistinnen und Polizisten mit der Zusatzausbildung zum staatlich geprüften Polizei-Berg- und Skiführer und arbeiten in Revieren von Oberstaufen bis Berchtesgaden. Wir decken das ganze Spektrum der Polizeiarbeit im Gebirge ab: ermitteln im Todesfall, kontrollieren schon mal, ob einer den Rucksack voller Edelweiß hat, und kommen zu Unfällen – zum Beispiel auf der Piste. Dort passiert viel: Allein in den bayerischen Alpen hat die Bergwacht in einem Winter rund 4500 Rettungseinsätze. Auch weil viele Skifahrer viel zu schnell unterwegs sind.

Sie stehen manchmal mit der Laserpistole an der Piste. Können Raser auf Ski denn ein Knöllchen kriegen?

Nein. Aber wir sagen den Skifahrern, wie schnell sie wirklich sind. Kinder und Anfänger haben schon bis zu 40 Stundenkilometer drauf, auf Schussstrecken rauscht auch der nur durchschnittliche Skifahrer mit 80, 90 Sachen runter. Das hat sogar uns überrascht, denn selbst auf der Kitzbüheler Streif kommen die Toprennfahrer nicht über 120, 130 Stundenkilometer.

Winken Sie die Skifahrer dann raus?

Wir stehen ja nicht ständig auf der Piste. Wenn wir mal Tests machen und jemanden anhalten, dann nutzen wir die Gelegenheit und reden mit den Skifahrern und Snowboardern. Viele glauben gar nicht, dass sie so schnell sind. Die schätzen ihr Tempo höchstens halb so hoch ein. Deshalb wollen wir noch offensiver in die Prävention. Im Spitzingsee-Gebiet, wo wir auch Fortbildungshäuser betreiben, beraten wir schon mal die Skischulen, damit die mehr das Risikomanagement auf Pisten lehren, und wir sprechen mit den Liftbetreibern über gefährliche Strecken. Wir arbeiten auch mit einer Videokamera, mit der man aufzeigen kann, wie gering das Blickfeld zur Seite noch ist – und wie groß also die Gefahr, mit einem anderen Fahrer zu kollidieren.

Ihre Videokamera haben Sie auch schon in Hütten benutzt.