Homer (8. Jh. v. Chr.): "Und die Seele den Gliedern entflog zum Hause des Hades, / Klagend über ihr Los, verlassend Mannheit und Jugend" (Ilias).

Bibel: "Da bildete Gott der Herr den Menschen aus Erde vom Ackerboden und hauchte ihm Lebensodem in die Nase - so ward der Mensch ein lebendes Wesen" (Genesis, 1. Buch Moses).

Platon (427 bis 347 v. Chr.): "Die machten es ihm nach, nahmen zum Anfang das Unsterbliche der Seele her, danach drechselten sie den sterblichen Leib um sie herum und gaben ihr den ganzen Leib zum Gefährt - und sie siedelten darin eine andere Art Seele an, die sterbliche, welche gewaltige, zwingende Empfindungen in ihr hat, erstens Lust, die stärkste Lockung zum Bösen, sodann Schmerzen, die Flucht des Guten, danach Kühnheit und Furcht, zwei unbesonnene Ratgeber, und Jähzorn, dem schwer zuzureden ist, und Hoffnung, die leicht verführbare" (Timaois)

Augustinus (354 bis 430): "Im inneren Menschen wohnt die Wahrheit. Und wenn du deine Natur noch wandelbar findest, so schreite über dich selbst hinaus. Doch bedenke, dass, wenn du über dich hinausschreitest, die vernünftige Seele es ist, die über dich hinausschreitet. Dorthin also trachte, von wo der Lichtstrahl kommt, der deine Vernunft erleuchtet" (De vera religione).

Voltaire (1694 bis 1778): "Seele nennen wir, was mit Leben erfüllt.

Mehr wissen wir, weil unser Verstand beschränkt ist, leider nicht.

Drei Viertel der Menschheit geht darüber nicht hinaus und hat an der Seele kein Interesse, das andere Viertel sucht und findet nichts, noch wird jemals irgend jemand etwas finden" (Philosophisches Wörterbuch).