Das eisige Meer um den Südpol erweist sich als eine Schatztruhe des Lebens voller neuer Arten, vor allem Asseln, Schwämme, Würmer, Vielborster und Muscheln. Die abgebildete Assel der Gattung Ceratoserolis ist noch unbestimmt. Das etwa zwei Zentimeter große Jungtier ist voller weißer Pigmentflecken, die vermutlich der Tarnung dienen. Solche Asseln sind typische Bewohner des antarktischen Schelfs. Dort buddeln sich die fleischfressenden Gliederfüßer im weichen Meeresboden ein und lauern auf Beute. Die nierenförmigen Augen bleiben jedoch draußen, mit ihnen können die Räuber nach vorn und hinten spähen. Fotografiert wurde das Tierchen von Wiebke Brökeland, die mit der Hamburger Zoologin Angelika Brandt und 19 weiteren Forschern auf dem deutschen Forschungseisbrecher "Polarstern" am Südpol auf Entdeckungsreise war. Ihre Funde von über 700 zuvor unbekannten Arten wurden kürzlich von "Time" zu den zehn wichtigsten Entdeckungen des Jahres 2007 gekürt. Die "Polarstern" ist derzeit wieder in der Antarktis und wird im Februar mit neuen Arten zurück erwartet.