Mister Buford, was bringt den Literaturkritiker des »New Yorker« dazu, als besserer Küchenjunge bei einem New Yorker Edelitaliener zu schuften?

Wissensdurst und Hunger nach Abenteuern. Im Rückblick fällt mir natürlich auch auf, dass ich dadurch wohl meine Midlife-Crisis bewältigt habe. Aber viel wichtiger und für mich persönlich alles entscheidend war, dass ich eine Leidenschaft fürs Kochen entwickelte, eine Passion, die mich immer stärker in Bann schlug und fesselte.

Wie hat Ihre Frau reagiert, als Sie ihr eröffneten, dass Sie jetzt Koch und Metzger werden wollen?

Sagen wir so: Sie hat es durchgestanden. Es war alles andere als ein schmerzloser Prozess.

Etwas genauer bitte?

Mir hat unlängst jemand gesagt, die heimliche Botschaft meines Buchs bestehe darin, dass ich eine sehr tolerante Frau habe, dich mich wirklich liebt. Es fing schon damit an, dass ich ziemlich abrupt aus ihrem Leben verschwand, weil sich mein Rhythmus durch die Arbeit in Mario Batalis Babbo bis in die sehr späten Nachtstunden hinein verschob. Und als ich dann in die Toskana ging, um bei Dario Cecchini Einblick ins Metzgerhandwerk zu gewinnen, waren dafür nur ein paar Wochen geplant. Inzwischen überlegen wir, zumindest für einen Teil des Jahres nach Italien überzusiedeln. Mein Faible fürs Kochen hat unser Leben total auf den Kopf gestellt.

Wird Essen inzwischen nicht heillos überbewertet?