Frau Bothe, was macht eine Saunameisterin denn genau?

Ich betreue die Gäste und sorge dafür, dass alles funktioniert. Oft gibt es medizinische Fragen. Wenn Leute Bluthochdruck haben oder Herzprobleme. Ich erkläre auch die Unterschiede zwischen den verschiedenen Angeboten. Eigentlich bin ich ausgebildete Schwimmmeistergehilfin, aber ich habe beim Deutschen Saunabund einen Lehrgang zur Saunameisterin gemacht.

Und warum sind Sie nach Österreich gegangen? War da so viel Aufklärungsbedarf?

Ich hatte einen Traumjob in Norddeutschland, doch mit 25 habe ich die Liebe zum Snowboarden entdeckt und wollte den Bergen näher sein. In Loipersdorf wurde ich mit Kusshand empfangen, weil es hier die Aufgusskultur und die vielen Sonderformen der Sauna praktisch noch nicht gab.

Also haben Sie sich um die Weiterentwicklung der Saunakultur verdient gemacht.

Früher haben die Österreicher immer selbst aufgegossen, was in Deutschland undenkbar wäre. Hier in der Thermenregion habe ich Sonderaufgüsse zum Beispiel mit Fruchtaromen oder mit Salz erst eingeführt. Das war so neu, dass das Fernsehen darüber berichtet hat. Inzwischen sind die Leute ganz wild darauf. Wir arbeiten sieben Tage die Woche durch in einer Großraumkabine für 80 Personen. Da mache ich acht Aufgüsse am Tag.

Bemerken Sie bei der Arbeit nationale Mentalitätsunterschiede, oder sind in der Sauna alle Menschen gleich?