Zum einen ist da das fabelhafte Bilderbuch Der weiße und der schwarze Bär (Peter Hammer Verlag) des deutsch-schweizerischen Duos Eva Muggenthaler und Jürg Schubiger, das den Träumen eines kleinen Mädchens jede Angst nimmt. Zum anderen der spannende Jugendroman Das Wolkenzimmer (cbj) von Irma Krauß, der die Geschichte eines jüdischen Jungen im Deutschland des Nationalsozialismus mit der des Stadtturmwärters einer heutigen Kleinstadt verbindet. Dass Paula Fox’ schmaler Kinderroman Ein Bild von Ivan (Boje Verlag) über eine Kindheit in den Vereinigten Staaten der sechziger Jahre punktgleich den dritten Platz belegte, benötigt allerdings keinen »felsdurchdringenden« Blick – da reicht der über den Tellerrand.

Hoch erfreulich auch die prämierten Sachbücher dieses Jahres, ob es Die Geschichte der Israelis und Palästinenser von Noah Pflug und Martin Schäuble (Hanser) oder Nikolaus Nützels Buch über Sprache oder was den Mensch zum Menschen macht (cbj) ist.

Die beluchsten Bilderbücher reichen vom großartigen textlosen Strandgut des Amerikaners David Wiesner (Carlsen) mit einer Kamera, die durch die Zeit führt, zu Alle seine Entlein von Julia Friese und Christian Duda (Bajazzo) mit einem Fuchs, den ein Entenkind bekehrt, bis zu Zoran Drvenkars und Peter Schössows fülliger Paula (Bloomsbury), die alle Gewichtsprobleme traumhaft löst.

Und wie soll man Franz Fühmanns Erzählfassung von Shakespeares Ein Sommernachtstraum (Hinstorff) mit den Bildern von Jacky Gleich erwähnen, wie John Greens großartigen Highschool-Jugendroman Eine wie Alaska (Hanser), ohne ins Schwärmen zu geraten, und wie Mireille Geus Geschichte von Big (Urachhaus), ohne vom Schicksal dieses langsamen Mädchens berührt zu sein?

»Wenn man mit 15 Musik hört, dann hört man nur bei wenigen Stücken wirklich ganz genau auf den Text«, sagte Tamara Bach in einem Interview. »Eigentlich sind es nur ein paar Textzeilen, die man sich behält, oder die Stimmung, die ein Lied erzeugt.« Als am Ende ihres Buches The Lost You von Hood über das Lautsprechersystem der Schule läuft, finden die vier Protagonisten wieder zueinander. »Es ging nicht mal um das Lied. Nur ums Hiersein. Und Jetztsein. Und nicht allein. Also repeat.«

Am 8. Februar um 18 Uhr überreichen in einer öffentlichen Veranstaltung im Hamburger Literaturhaus, Schwanenwik 38, ZEIT- Chefredakteur Giovanni di Lorenzo und der Intendant von Radio Bremen, Heinz Glässgen, den Preis, der mit 8000 Euro dotiert ist. Tamara Bach wird aus ihrem Buch lesen.