Welche Entwicklung hat den Umgang mit Wissen in den vergangenen Jahren am meisten verändert?

Da gab es zwei. Erstens: Festplatten sind praktisch umsonst. Deshalb ist es keine Utopie mehr, alle veröffentlichten Werke der Menschheit auf Platte zu haben. Zweitens: Praktisch kein Mensch auf dieser Welt ist mehr als einen Tagesmarsch von einem Internetcafé entfernt. Wir haben jetzt die Kommunikationsinfrastruktur, um die großen Bibliotheken der Welt einem Jugendlichen in Uganda oder auch in armen Gegenden der USA oder Deutschlands zur Verfügung zu stellen.

Welchen Durchbruch erwarten Sie in nächster Zukunft?

Die große Herausforderung ist es, neue Geschäftsmodelle rund um die Nutzung von Wissen zu finden. Die Vorstellung, Wissen sei an Bücher gebunden, ist überholt. Wie bezahlen wir Menschen für eine intellektuelle Leistung in einer vernetzten Wissensumgebung? Das ist ein bisher ungelöstes Problem.

Was wissen Sie, ohne es beweisen zu können?

Dass der universelle Zugang zu Wissen eine gute Sache ist. Das war schon die Vorstellung hinter der Bibliothek von Alexandria, die Idee hat also eine lange Geschichte.

Was war der größte Irrtum in der Geschichte der Wissensarchivierung?