DIE ZEIT: Herr Marshall, am 16. Februar werden Sie Ehrenbürger von Bora Bora. Was erwartet Sie an diesem großen Tag?

Tony Marshall: Bürgermeister Tong Song wird mich auf der Insel empfangen. Vielleicht hängen sie mir eine Muschelkette um den Hals. Ich hoffe, dass wir dann feiern, mit Blüten und Früchten und Musik und schönen Mädchen. Ich freue mich riesig. Ich war ja seit 30 Jahren nicht dort. Und diesmal ist mein Sohn dabei.

ZEIT: Als Sie Ihren Hit aufgenommen haben – kannten Sie da Bora Bora überhaupt?

Marshall: Nein. Erst als das Lied 1978 auf den Markt kam, bin ich für Fotoaufnahmen hingereist. 24 Stunden bin ich geflogen. Und dann mit dem Boot zur Insel gebracht worden. Da standen die Einheimischen aufgereiht vor dem Hotel und sangen lauthals mein Lied. Ich war baff. Ich habe mich gefragt: Wie konnte das hier so schnell bekannt werden? Aber das war natürlich Quatsch. Das ist ja ein polynesisches Volkslied. Der Produzent Jack White hat die Melodie von Bora Bora mitgebracht. Nur der Text wurde hinzugefügt. Aber kurios ist das schon: Man fliegt um die halbe Welt und wird mit seinem eigenen Lied begrüßt.

ZEIT: War Bora Bora tatsächlich ein »Paradies im Sommerwind«, wie es in Ihrem Lied heißt?

Marshall: Bora Bora ist wirklich so schön. Zu meiner Zeit war das eine unberührte Insel. Es gab nicht mal Autos. Und keinen Politiker, der einen empfangen hätte. Da hat man sich den Einheimischen angepasst. Wir fühlten uns wie Kapitän Blighs Mannschaft auf dieser Insel in der Meuterei auf der Bounty.