Ob Äpfel, Birnen, Weintrauben, Salat oder Weizen: Die Verbraucher müssen mit Rückständen hochgiftiger Spritzmittel rechnen. Etwa 1.350 Pestizidwirkstoffe werden heute weltweit in der Landwirtschaft eingesetzt. Und viele Produkte, die damit behandelt wurden, landen auch auf dem deutschen Markt. "Unsere staatliche Lebensmittelüberwachung kann aber die wahre Belastung von Obst, Gemüse und Getreide mit giftigen Pestiziden nicht einmal annähernd aufdecken", sagt Manfred Krautter , Chemieexperte von Greenpeace.

Selbst die besten staatlichen Lebensmittellabors könnten nur etwa 600 Wirkstoffe, also nicht einmal die Hälfte, nachweisen. Ein großer Teil der Giftbelastung bliebe so im Dunkeln, kritisiert Krautter, der in dieser Woche eine Studie zum Thema "Grenzen der Pestizidanalytik" präsentierte. Um die Belastung zu verringern, müsse die Anzahl und Menge der eingesetzten Spritzmittel grundsätzlich reduziert werden, fordert der Greenpeace-Mann.

Das klingt illusorisch. Aber immerhin ist das Problem im Europäischen Parlament bereits angekommen. Es verschärfte Ende vergangenen Jahres die Verordnung über die Verwendung von Pestiziden. Der Einsatz von Stoffen, die als giftig oder sehr giftig eingestuft sind, soll bis 2013 auf die Hälfte reduziert werden.

Doch noch hat das Regelwerk nicht alle Hürden genommen. Erst wenn das Parlament und die EU-Agrarminister einen Konsens gefunden haben, kann die Verordnung in Kraft treten. So wie die Dinge liegen, wird das nicht vor 2009 sein. ( lüt. )