Der amerikanische Filmschauspieler Bruce Willis, der seinen Ruhm einigen Auftritten als Retter der Welt in, nüchtern betrachtet, unplausiblen Lebenslagen verdankt, erlebt es bisweilen, dass sich in Restaurants aller Augen erwartungsvoll auf ihn richten, wenn im Radio wieder einmal eine Katastrophenmeldung kommt. Dem Darsteller ist das nicht vorzuwerfen, schon eher dem Typ, den er gibt. Während er sich mit martialischen Methoden nicht existenten Probleme zuwendet, erweist er sich als untauglich für die Wirklichkeit, ein Umstand, der ihn wie eine Personifizierung Amerikas in der Ära des frühen Präsidenten Bush junior wirken lässt.

Nun hat Europa eine Antwort auf Bruce Willis gefunden. Sie ist im Vorabendprogramm der ARD zu besichtigen und heißt ebenfalls Bruce, genau wie die gleichnamige Sendung. Im Übrigen bestätigt sie eine Analyse eines berüchtigten Vordenkers der amerikanischen Neocons über Amerika und Europa: Wenn Bruce Willis Mars ist, dann ist Bruce Darnell Venus.

In dieser Eigenschaft schwingt er die Hüften, gibt Küsschen, vergießt Tränen und löst dabei Probleme von erfreulich irdischer Beschaffenheit – etwa, indem er der 22-jährigen Wirtschaftsstudentin Christine, die unter dem Format ihrer Brüste leidet, vor laufender Kamera zu neuem Lebensmut verhilft: "Es geht nicht um deine Oberweite, es geht um dich", worauf die beiden einander weinend in den Armen liegen.

Außerdem hat Bruce Darnell schwarze Haut, Migrationshintergrund und spricht ein hinreißendes Pidgindeutsch. Nur ein unverbesserlicher Reaktionär wird sich bei seinem Anblick heimlich nach Amerika sehnen.