Frau Brunner, sind Sie vor dem Unglück regelmäßig in die Berge gegangen?

Ich bin seit 40 Jahren Bergsteigerin und sehr gut trainiert. Aber das Wetter ist manchmal schlecht. Schon beim Aufstieg am Tag zuvor waren wir in ein Schneegewitter geraten, es fiel unglaublich viel nasser, schwerer Schnee. Wir waren 40 in der Gruppe, nur einer war so klug und blieb in der Hütte. Kurz bevor die Lawine herunterkam, war mein letzter Gedanke: Mein Bergführerfreund Peter aus Mittenwald hätte heute die Leute nicht rausgeführt.

Erinnern Sie sich an die Lawine?

Es kam ein Riesenbett von der Seite, ein ganz weiches, weicher als mein Federbett daheim. Ich verlor den Bodenkontakt, es hob mich hoch, und ich drehte mich zweimal um die Längsachse, dann schwebte ich irgendwo hinein. Ich spürte, wie noch mal ein Schwall Schnee oben nachkam, als würde ein Totengräber noch eine Schaufel draufgeben. Da wusste ich, oh, du bist tief unten. Aber ich hatte einen guten Sitz.

Nichts tat mir weh.

Sie wussten, wie Ihre Position war?

Für mich war ohne Zweifel klar, wo oben und unten ist, weil es sehr hell war in der Lawine. Ich wunderte mich, wie viel Licht durchging.