Lebenslänglich – das klingt gar nicht gut. Dagegen lebenslang – das liebe ich sehr. Eine lebenslange Telefonnummer, lebenslanges Lernen, lebenslanges Wohnrecht… Ich besaß einmal eine Jeans mit lebenslanger Garantie, fantastisch (leider musste ich sie wegschmeißen, weil ich sie nicht mehr mochte).

Jetzt gibt es die lebenslange Zahnbürste, und das ist noch lange nicht alles, was man über die Soladey-eco berichten muss. Sie putzt ohne Zahnpasta. Und sie erledigt – glaubt man drei japanischen und einer kanadischen Studie sowie dem Hersteller – die Plaque auf den Zähnen besser als jede gewöhnliche Zahnbürste. Mit Licht!

Im Griff integriert ist ein Titan-Kern. »Diese Rute ist das Geheimnis zu Soladey«, lesen wir auf der Homepage www.soladey.com/de . Wird die Rute nass (Spucke) und leuchtet Licht (Waschtischlampe), lösen sich negativ geladene Elektronen von der Zahnbürste, wandern zur Plaque und reißen dort positiv geladene Wasserstoff-Ionen heraus. Der Zahnbelag bricht in sich zusammen, und wir erleben eine »Revolution in der konservativen Welt der Mundhygiene« (New York Times).

Wie alle Revolutionen hat auch diese ein paar negative Begleiterscheinungen. Damit Licht den titanischen Plaqueabbauprozess in Gang hält, muss ich beim Zähnebürsten den Mund geöffnet halten. Dadurch wird der Badezimmerspiegel besprenkelt. Damit man viel Licht hat, empfiehlt der Hersteller, die Zähne in der Sonne zu pflegen. Das macht die Mundhygiene in sonnenarmen Gegenden eher schwierig. Schließlich habe ich, wenn ich ohne Zahnpasta putze, nachher einen schlechten Geschmack im Mund – und Mundgeruch, was zu Ärger mit den Mitmenschen führt.

Andererseits: Was sind Spiegel und Mundgeruch angesichts der Zahngesundheit? Ein Test mit Färbetabletten aus der Apotheke zeigt: Die Soladey-eco schafft auch nicht mehr Plaque weg als meine Drogeriemarkt-Billiglösung. Doch bin ich schlauer als Millionen Japaner, die seit über zehn Jahren auf die Erfindung des Dr. Yoshinori Nakagawa vertrauen? Bin ich nicht.

Soladey-eco, 19,95 €