DIE ZEIT: Herr Minister, der tschechische Präsident Václav Klaus ist kürzlich für fünf Jahre wiedergewählt worden. Sind Sie zufrieden?

Karel Schwarzenberg: Ich habe zwar für den Gegenkandidaten gestimmt, aber Václav Klaus ist jemand, mit dem ich sehr gut zusammenarbeiten kann.

ZEIT: Trotz Ihrer unterschiedlichen politischen Positionen?

Schwarzenberg: Am Anfang war er nicht sehr glücklich über meine Bestellung als Außenminister. Aber er ist Realist, ich bin es auch. Wir haben uns, wie man in Wien sagt, ganz gut zusammengerauft.

ZEIT: Die Amerikaner wollen in Tschechien eine Radaranlage als Teil ihres Raketenabwehrsystems bauen. Was ist Ihr Interesse daran?

Schwarzenberg: Wir haben das Gefühl, dass seit dem Untergang des Sowjetreichs der Dialog zwischen dem europäischen Kontinent und den Vereinigten Staaten nicht mehr so intensiv ist wie früher. Wir sind davon überzeugt, dass in der heutigen Welt die vielen neuen Gefahren ein intensives Zusammenwirken der EU, der europäischen Nato-Mitglieder und der Vereinigten Staaten und Kanada äußerst wichtig und notwendig machen. Wenn man dieser Überzeugung ist und seine Chance sieht, mit dem Verbündeten mehr zusammenzuarbeiten, sollte man das tun. Ich halte dieses Bündnis für wesentlich.

ZEIT: Wichtiger als die EU?