Was kostet die Kunst? Immer neue Rankings und Indizes versuchen Klarheit ins Dunkel der Szene zu bringen. Ganz genau kann es allerdings kaum jemand wissen – dafür finden zu viele Verkäufe hinter geschlossenen Türen statt. "Häufig ist es Teil der Marketingstrategie der Händler, ob und wie ein Preis bekannt wird", sagt Thomas Eller, Geschäftsführer von Artnet. Diese Preisdatenbank für Kunst stellt nach Eigenaussage nur nachprüfbare Angaben wie die von Auktionshäusern zur Verfügung.

Die Goldene Adele von Gustav Klimt ist das bislang als teuerstes Gemälde der Welt gehandelte Werk: Es soll im Jahr 2006 für 135 Millionen Dollar an den Kosmetikunternehmer Ronald Lauder gegangen sein, der es in seiner New Yorker Galerie zeigt. Bei den öffentlichen Versteigerungen blieben die Preise bislang noch unter der 100-Millionen-Dollar-Grenze, zumindest wenn man die Prämie fürs Auktionshaus abzieht. Den Rekord in dieser Kategorie erzielte der Junge mit Pfeife, ein Picasso von 1905. Er brachte vor vier Jahren 93 Millionen Dollar ein.

Moderne Kunst ist erst seit ein paar Jahren in diese Preissphären vorgedrungen, mitunter auch mal mit tatkräftiger Unterstützung des Künstlers selbst. So wollte Damien Hirst seinen diamantenbesetzten Totenschädel (Materialwert: zirka 30 Millionen Dollar) vergangenen Sommer für 100 Millionen Dollar an den Mann bringen. Dass sich Leute über die 70 Millionen Dollar Mehrwert aufregten, verteidigte er mit dem Hinweis, dass bei Gemälden die Wertsteigerung ja oft noch viel höher sei – Leinwand und Farbe sind im Vergleich zu Diamanten schließlich preiswert. In der Kunstwelt mochte man sich dieser Argumentation allerdings nicht so richtig anschließen. Der Totenkopf wäre beinahe zum Ladenhüter geworden, bevor Hirst selbst, wie verbreitete wurde, "zusammen mit einer Investorengruppe", sein Werk einkaufte. Zumindest bekam er viel Aufmerksamkeit für die Aktion – und die ist auch in der Kunst Bares wert. AMA