DIE ZEIT: Ist Waris Dirie verschwunden, oder war das ein PR-Coup?

Hannes Rossacher: An ihrem Verschwinden war nichts inszeniert. Ich habe sie mit der Kamera begleitet, als sie von der Polizeiwache kam. Ihre Füße waren komplett wund gelaufen: Waris Dirie ist ohne Zweifel zwei Tage lang auf den Brüsseler Straßen unterwegs gewesen.

ZEIT: Was geschah in dieser Zeit?

Rossacher: Fest steht, dass sie in einem afrikanischen Club war und sich danach verlief. Auf der Wache hielt man sie wohl für eine Illegale, und entsprechend unfreundlich hat man sie behandelt. Sie verschwand erneut. Am Freitag wurde sie gefunden. Mehr weiß ich nicht.

ZEIT: Dirie macht in dem Video einen verwirrten Eindruck. Warum haben Sie es auf YouTube gestellt?

Rossacher: Frau Dirie war verärgert: Die Polizei hatte lanciert, dass sie drei Tage lang nur auf Partys gewesen sei das war rufschädigend. Sie wollte gegensteuern, und da sie international bekannt ist und es schnell gehen sollte, hielten wir YouTube für die effektivste Maßnahme.

Hannes Rossacher bereitet derzeit einen Dokumentarfilm über Waris Dirie vor