Acht, neun… Matt! Im Biathlon sind die Deutschen schon Spitze, jetzt hat einer auch den Welt- meistertitel im Schachboxen. Mal was Neues! BILD

Zwei scheinbar unvereinbare Welten treffen zusammen. Ähnlich wie beim Biathlon werden zwei Disziplinen vereint: vier Minuten Schach, drei Minuten Boxen, wieder Schach et cetera. Denken, schlagen, denken, schlagen. Elf Runden lang. Bis einer k. o. oder matt ist. Anders als beim Biathlon gehen die Kontrahenten aufeinander los, geistig und körperlich. Kann man mit zugedröhnter Birne noch denken? Angeblich kein Problem, den »Wattekopf« habe man erst am nächsten Tag (klingt ausgesprochen beruhigend); wichtig sei vielmehr die Aggressionskontrolle, sprich sich nicht zu leichtsinnigen Aktionen verleiten lassen. Die sogenannte Weltmeisterschaft in Berlin bestritten der Berliner Polizist Frank Stoldt, ein früherer Meister im Kickboxen, und der US-Amerikaner David Depto. Die Halle war ausverkauft, immerhin 800 Zuschauer wollten sich das Spektakel nicht entgehen lassen. Und der reine Schachspieler ohne brute force in den Fäusten wird neidisch, fühlt sich ganz dumm und fragt sich, wie ein Schachboxen zwischen den Freunden Klitschko und Kramnik ausgehen würde. Ich fürchte…

Doch beim Tal-Memorial in Moskau, welches Kramnik mit großem Vorsprung gewann, wurde Gott sei Dank nur Schach gespielt. Mit welch feinem Coup, Verteidigung und Angriff zugleich, bewegte Kramnik als Weißer seinen Gegner Jewgeni Alexejew dazu, sofort das Handtuch zu werfen?

Helmut Pfleger

Lösung aus Nr. 12:
Wie erreichte der Computer als Schwarzer am Zug überraschend noch ein Remis? Nach dem Turmopfer 1…Txg7+! 2.Kxg7 c2 entstand ein theoretisch unentschiedenes Endspiel, trotz der Dame kann Weiß nicht gewinnen: 3.Kf6 Kb1 4.Db3+ Ka1!, weil nun 5.Dxc2 patt wäre. Sowohl 1…c2 2.Df1+ als auch 1…Tf2+ 2.Ke7 hätten verloren. BILD