Starck: Ein Kopfkissen vielleicht und eine gute Matratze.

ZEITmagazin: Warum sind Sie dann Industriedesigner geworden?

Starck: Das ist eine interessante Frage. Und ich habe sie für mich noch nicht wirklich beantwortet. Sehen Sie, ich habe so viele Dinge gestaltet, ohne wirklich an ihnen interessiert zu sein. Vielleicht waren all die Jahre nötig, damit ich letztlich erkennen konnte, dass wir im Grunde nichts brauchen. Wir haben immer zu viel.

ZEITmagazin: Was Sie geschaffen haben – alles überflüssig?

Starck: Alles, was ich gestaltet habe, ist absolut unnötig. Strukturell gesehen, ist Design absolut nutzlos. Ein Beruf, der Sinn hat, ist Astronom, Biologe oder etwas Ähnliches. Design ist nichts. Ich habe versucht, meinen Produkten etwas Sinn und Energie zu geben. Auch wenn ich mein Bestes gegeben habe, es war sinnlos.

ZEITmagazin: Das ist die Bilanz Ihres Schaffens?

Starck: Menschen, die schlauer sind als ich, hätten das vielleicht schneller verstanden. Vielleicht war ich nicht klug genug und musste den schwierigen Weg gehen. Ich hatte von Anfang an den Verdacht, dass Produktdesign letztlich nutzlos ist. Deswegen habe ich versucht, den Job in etwas anderes zu verwandeln. In etwas, das politischer, rebellischer, subversiver ist. Vielleicht ist das Wichtigste, das ich geschaffen habe, nicht ein neues Objekt, sondern eine neue Definition für das Wort Designer.