ZEITmagazin: Sie sagen, dass wir in das Zeitalter des Postmaterialismus überwechseln. Was heißt das?

Starck: Die Gesellschaft verfolgt eine Strategie der Dematerialisierung. Es geht immer um mehr Intelligenz und weniger Material. Nehmen Sie den Computer. Zuerst war ein Computer so groß wie ein Haus. Jetzt gibt es welche in Kreditkartengröße. In zehn Jahren werden sie in unseren Körpern sein, bionisch. In 50 Jahren wird sich das Konzept "Computer" aufgelöst haben.

ZEITmagazin: Was sollen Designer dann noch gestalten?

Starck: Es wird keine Designer mehr geben. Der Designer der Zukunft ist der persönliche Coach, der Trainer im Gym, der Diätberater. Das ist alles.

ZEITmagazin: Sie haben öfter betont, Ihr Ziel sei es, das Design zu zerstören. Wie weit sind Sie gekommen?

Starck: Es ist vollbracht! Als ich anfing, waren Designgegenstände nur schöne Dinge. Keiner konnte sie sich leisten. Design bedeutete Elitismus. Doch Elitismus ist vulgär. Die einzige Eleganz liegt in der Vervielfältigung.

ZEITmagazin: Das müssen Sie erklären.