Sara Greco gehört zu den ersten Studierenden mit Horizonte-Stipendium, das angehende Lehrer mit Migrationshintergrund fördert. Doch braucht es das überhaupt? Ein Interview

DIE ZEIT: Seit diesem Semester werden Sie in Ihrem Studium von der Hertie-Stiftung ideell und finanziell gefördert – warum hat man Sie ausgewählt?

Sara Greco : In den Auswahlgesprächen wurde sehr auf die persönliche Geschichte der Kandidaten geschaut: darauf, warum sie für die Schule bereichernd sein können. Das mag bei mir eine Rolle gespielt haben.

DIE ZEIT: Was ist Ihre Geschichte?

Greco : Meine Mutter ist Deutsche und mein Vater Italiener. Ich bin in beiden Kulturen aufgewachsen, spreche beide Sprachen und habe beide Staatsbürgerschaften. Mein Vater ist 1972 aus Sizilien nach Deutschland gekommen, hat auf dem Bau und später in der Gastronomie gearbeitet. Er hatte immer den Anspruch, hier etwas zu erreichen und erst dann nach Italien zurückzukehren, wenn er es geschafft hat.

DIE ZEIT: Hat Sie das geprägt?

Greco : Mein Vater sagt manchmal: Ich habe hart gearbeitet, damit du studieren kannst – er sieht es ein bisschen als Luxus an. Und besetzt es narzisstisch: Wenn die Kinder es schaffen, hat auch er es geschafft. Die Eltern wollen stolz auf uns sein können.

DIE ZEIT: Es sieht so aus, als ob sie das auch könnten. Wie kamen Sie überhaupt zum Lehramtsstudium?