Wenn man in der deutschen Anwaltswelt ein Gegenstück zum britischen Advokaten sucht, wie ihn Charles Laughton im Film Zeugin der Anklage darstellte, muss man gleich nach einem Duo Ausschau halten: Heinrich Senfft und seinen Sozius Joachim Kersten. Wie sie zum Beispiel im berühmten Zimmermann-Prozess der siebziger Jahre die bayerische Justiz durch ihre Sophistik und Ironie zur wehrlosen Weißglut brachten, herrlich! Auch die ZEIT hat Senfft in ungezählten Rechtsstreitigkeiten temperamentvoll vertreten, nicht zuletzt gegen Filbinger. Im Ruhestand, den er vor allem in London (Charles Laughton?) verbringt, wurde Senfft, der am 26. April achtzig wird, ein wenig linksradikaler, als man es dem schwäbischen Radikalliberalen zugeraten hätte. Macht nichts! Für heute: Dank, Gruß und Glückwunsch!