Die Fernschachspieler haben es nicht leicht. Wurde früher über ihre Langsamkeit gespöttelt, wenn Partien bei den langen Postwegen Jahre dauerten, so ist heute, in den Zeiten von Internet und E-Mail, ein Fluch ganz anderer Art aufgetaucht: die Schachcomputer. Diese müssen sich bekanntlich vor den besten Spielern der Welt nicht verstecken, umso weniger vor Hinz und Kunz.

Andererseits führt der Präsident des Deutschen Schachbunds und Fernschachgroßmeister Robert von Weizsäcker zu Recht an, dass bei lang- fristigen strategischen Konzepten der Mensch dem Computer immer noch überlegen sei.

Und man kann ja auf diese Hilfsmittel auch verzichten, wie es Roland Kabisch aus dem thüringischen Seebach und Ekkehard Erler aus Berlin tun. Die beiden verbindet eine über dreißigjährige Freundschaft, in der sie viele Fernpartien miteinander spielten, wobei mit der Zeit auch die Ehefrauen und die vier inzwischen erwachsenen Kinder in diese Freundschaft eingeschlossen wurden. Mit jährlichem Besuch und Gegenbesuch. In Thüringen kann man dabei wandern und im Winter Ski fahren, in Berlin in Museen und Theater gehen. Und zum "Beweis", dass Schachspieler nicht zwingend Bewegungsmuffel sein müssen (hätte allerdings ohnehin niemand vermutet, Herr Kabisch!), nahmen beide schon mehrfach am Berlin-Marathon teil.

Mit welch schöner Opferkombination – natürlich ohne Computerhilfe – gewann Herr Kabisch als Weißer am Zug schnell?

Lösung aus Nr. 21

Wie erzwang Schwarz "gewaltsam" ein Matt in 3 Zügen? Nach dem Damenopfer 1…Dxf3+! gab Weiß schon auf, weil das Matt nach 2.Txf3 Txh2+ 3.Dxh2 Txh2 nicht zu verhindern ist. Die Opfergabe zu verweigern ist nach 2.Tg1-g2 Txh2+ 3.Kg1 Th1 matt ebenso sinnlos