Wie viel privates Surfen ist im Büro erlaubt?

Gut einem Drittel der Deutschen steht am Arbeitsplatz ein Internetzugang zur Verfügung. Der Blick ins Nachrichtenportal oder die Überprüfung der privaten Mailbox ist für die meisten eine Selbstverständlichkeit. Streng genommen ist der Bürocomputer aber ein dienstliches Arbeitsmittel, also auch nur für den dienstlichen Gebrauch. Weil in vielen Betrieben eine klare Regelung fehlt, gehen jedoch viele Mitarbeiter von einer stillschweigenden Duldung aus. Manche gehen sogar so weit, den schnellen Dienst-PC für das Herunterladen von MP3-Dateien zu nutzen. Während der üblichen Bürozeiten sollen übrigens auch 70 Prozent der Zugriffe auf Pornoseiten erfolgen. Was tatsächlich noch im erlaubten Rahmen ist, wird oft erst vor dem Arbeitsgericht entschieden.

Wann besteht das Risiko einer Kündigung?

Entscheidend ist, wie schwer die arbeitsvertragliche Pflichtverletzung im Einzelfall ist. Auch wenn die private Internetnutzung im Betrieb nicht ausdrücklich verboten ist, können Arbeitgeber zu einer Kündigung berechtigt sein. Bei exzessiver Privatnutzung sogar ohne vorhergehende Abmahnung. Das Bundesarbeitsgericht zählt hierzu stundenlanges Surfen während der Arbeitszeit oder den Besuch von Seiten mit strafbarem oder pornografischem Inhalt. Wer "mal" eine Erotikseite im Netz besucht, kann also noch mit einem blauen Auge davonkommen. Wer andauernd große Datenmengen herunterlädt oder ausgiebig eBay-Geschäfte macht, setzt aber seinen Arbeitsplatz aufs Spiel.

Wie viel Kontrolle ist legal?

Technisch ist es kein Problem, die Onlineaktivitäten von Mitarbeitern zu kontrollieren. Jeder Browser gibt Auskunft darüber, wohin sein Benutzer in der letzten Zeit gesurft ist. Systemadministratoren können größtenteils in Echtzeit sehen, was auf jedem einzelnen Bildschirm passiert. Darüber hinaus gibt es Programme, die alle Webseitenaufrufe sowie den E-Mail-Verkehr abspeichern und auf Schlüsselwörter hin durchsuchen können. Was im Einzelfall rechtlich erlaubt ist, darüber streiten Datenschutzexperten. Zumindest aber gilt: Eine systematische Kontrolle ist als schwerwiegender Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Beschäftigten unzulässig. Selbst wenn ein Arbeitgeber die private Internetnutzung ausdrücklich verbietet, darf er nur stichprobenartig kontrollieren.

Lassen sich Geschäft und Privatvergnügen am Dienst-PC trennen?