Man darf in dieser Kolumne auch mit Fakten glänzen, es muss nicht immer um die Liebe gehen oder darum, wie es sich so anfühlt, in einem bestimmten Auto zu sitzen, was die Kinder darin machen und wie lustig der Wochenendausflug war. Überhaupt muss doch im Leben nicht immer alles um einen selbst kreisen, man kann den Automobilherstellern ja auch einfach mal danken, dass sie einem ihre Autos vertrauensvoll zum Testen überlassen, sie einfach mal loben, denn sie haben es derzeit auch nicht leicht (Spritpreis! Konsumflaute! Klimawandel!).

Der Blick sei also ganz unserem Automobil gewidmet: Der Mazda MX-5, nun in einer etwas reformierten Variante erhältlich, hat sich seit 1989 unglaubliche 725.000-mal verkauft und ist damit, als erfolgreichster Roadster der Automobilgeschichte, im Guinness Buch der Rekorde verzeichnet! Ein Roadster ist ein zweisitziger Sportwagen, das heißt, er fährt sehr schnell und ist für kinderreiche Familien ziemlich ungeeignet. Gut geeignet ist er indes für überzeugte Einzelgänger, die im Straßenverkehr auf sich aufmerksam machen wollen. Das gelingt mühelos.

Es ist ja ein auffallend schönes Auto, der Chefdesigner von Mazda, Yasushi Nakamuta, den man beglückwünschen darf für sein Werk, hat über den Mazda MX-5 in schillernder Vagheit gesagt, er sei eine "Synthese zwischen Modernität und Tradition". Wir möchten hinzufügen: Vielleicht doch eher Tradition als Modernität, man fühlt sich darin wie, sagen wir, Steve McQueen in den sechziger Jahren, als man noch lässig sein durfte als Mann und kinderlos, fernab all der biederen biopolitischen Familienpropaganda.

Denn seltsamerweise, um doch mit einer persönlichen Anmerkung zu schließen, funktioniert das Steve-McQueen-Konzept in diesem Auto immer noch: Frauen schauen einen an, und es scheint kein Spott in ihren Blicken zu liegen, vielmehr etwas unverhohlen Sehnendes, ja beinahe Entrücktes. Sie winken einem aus anderen Autos in offener Fahrt zu, sie fragen, sobald man an einer Ampel steht, vom Bürgersteig aus, ob sie einsteigen dürfen. Manche liefen während der Testphase, da man nicht jede Offerte sogleich annahm, dem Wagen hinterher und fluchten leise. Denn man war schneller.

Und wenn man den Wagen parkte, um mal Ruhe zu haben, fand man später immer liebevoll gefaltete kleine Zettel an der Windschutzscheibe, mit Namen von Frauen, ihren Telefonnummern und kleinen bunt bemalten Herzchen. Das ging dann, um doch mal was Kritisches zu sagen, zu weit.

Technische Daten:
Motorbauart: 4-Zylinder-Benzinmotor
Leistung: 118 kW (160 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 7,9 s
Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h
CO²-Emission: 183 g/km
Durchschnittsverbrauch: 7,7 Liter
Basispreis: 23.400 Euro