Das Profil der Katholischen Uni soll schärfer werden – was heißt das? Soll aus der eher verschlafenen Hochschule eine neue katholische Elite-Uni werden?

Der neue Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke hat Tabula rasa gemacht an seiner kleinen Universität, der einzigen Katholischen Universität im deutschsprachigen Raum. Zuerst verweigerte er dem gewählten Uni-Präsidenten Ulrich Hemel die offizielle Ernennung.

Der Theologe und Unternehmer, ein liberaler, weltoffener Katholik, war vom 16-köpfigen Hochschulrat bei vier Gegenstimmen zum Nachfolger des ausgeschiedenen Uni-Präsidenten Ruprecht Wimmer bestimmt worden. Die Weigerung Hankes, Hemel seinen Segen zu geben, brachte Professoren und Studenten in Aufruhr. Entnervt nahm der amtierende Vorsitzende der Hochschulleitung, Stefan Schieren, seinen Hut, und auch der Senatsvorsitzende Maximilian Fuchs verzichtete auf sein Amt. Schließlich wurde Kanzler Gottfried Freiherr von der Heydte vom Bischof in den Zwangsurlaub kommandiert.

Zudem schickte Hanke der Uni-Verwaltung eine Prüfungsgesellschaft ins Haus. Es lägen "konkrete Anhaltspunkte für eine nicht durchgängig sach- und fachgerechte Amts-, Haushalts- und Wirtschaftsführung vor". Bis zur Wahl einer neuen Hochschulleitung wird die Uni von zwei Wissenschaftlern interimistisch geleitet.

Hanke will, so viel ist klar, das katholische Profil der Universität schärfen. Dafür braucht er mehr Einfluss bei der Besetzung wichtiger Universitätsposten. Einen ersten Erfolg kann er schon verbuchen. Vor wenigen Tagen beschloss der Hochschulrat eine Änderung des Wahlablaufs für den neuen Präsidenten der Universität. Demnach soll die Kirche als Träger "zu einem sehr frühen Zeitpunkt" über mögliche Kandidaten für das Amt informiert werden. Dadurch, dass "die Summe der Kandidaten vom Träger geprüft" werde, könne der Hochschulrat frühzeitig feststellen, "gegen welche Kandidaten es Vorbehalte" gebe, hieß es.

Im Klartext: Die Kandidaten können von der Kirche, ob nun von Hanke selbst oder vom Vatikan, vorsortiert werden, bevor es zu einer Wahl durch den Hochschulrat kommt. Die Regelung widerspricht übrigens dem bayerischen Hochschulrecht, wonach dem Minister (oder Bischof) nur ein nachträgliches Vetorecht zusteht. Damit hätte der Bischof jetzt weiterreichende Rechte als sie Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) an staatlichen Universitäten zukommen. Das alles kann nur der erste Schritt bei der angestrebten Reform der Hochschule sein. Was  genau die Kirche will, vielleicht sogar Papst Benedikt XVI. selbst, weiß noch niemand.