Kaum ein anderer Gegenwartskünstler ist populärer als Olafur Eliasson. Seine Familie stammt aus Island, er lebt in Kopenhagen, sein Atelier aber hat der 40-Jährige in Berlin. Dort sind bis zu 50 Techniker, Architekten und Kunsthistoriker damit beschäftigt, Eliassons Licht-, Farb- und Raumideen eine Form zu geben. Mehr als 20 Ausstellungen hat er im vorigen Jahr entwickelt, zusammen mit seinem Team.

Denn nicht als einsames Genie versteht sich Eliasson, sondern als Laborant, als Grundlagenforscher in Sachen Wirklichkeit. Wie sehen wir die Welt, wo sind unsere blinden Flecken, wo die Grenzen der Wahrnehmung? Auch seine Wasserfälle für New York, noch bis zum 13. Oktober zu sehen, wollen diese Fragen umwälzen. Sie sollen viele Touristen anlocken und doch kein billiges Spektakel sein. Am liebsten wäre es Eliasson, wenn sie unser Postkartenbild der Stadt aufweichen würden. Wer mehr über seine Arbeitsweise und Denkmodelle erfahren will, dem sei das jüngst im Taschen-Verlag erschienene Buch Studio Olafur Eliasson. An Encyclopedia empfohlen, ein dickleibiger Band für 100 Euro.