Hätte sich Fritz J. Raddatz bei seiner Rezension unserer Neuübersetzung von Faulkners Licht im August mehr an Faulkners Aussagen gehalten als an sein eigenes Faulkner-Büchlein von 1987, hätte er zum Beispiel gewusst, dass seine aus der Mottenkiste gezogene Interpretation des Titels Light in August falsch ist: Faulkner selbst hat ihr mehrfach entschieden widersprochen und hat erzählt, wie der Titel entstanden ist. Der richtige deutsche Titel ist Licht im August (siehe Peter Nicolaisen, Faulkner, Reinbek 1981, und Stephen B. Oates, William Faulkner, The Man and the Artist, New York 1987).

Hätte Fritz J. Raddatz in seiner Rezension zu den Zitaten des ersten Satzes des Buches in beiden deutschen Versionen auch den englischen Text gestellt, was redlich gewesen wäre, hätten ZEIT- Leser gesehen, dass unsere Neuübersetzung genauer Faulkners Text folgt.

Hätte Fritz J. Raddatz das Zitat über den Tod der Hauptgestalt Joe Christmas nur um zwei, drei Sätze verlängert, wäre an der eindeutigen, von Faulkner-Kennern nachgewiesenen Christus-Analogie jedem Leser deutlich geworden, zu welch "überhöhten" Tönen Faulkner fähig war. Kopflastig? Licht im August ist ein reicher, komplexer Roman von unerhörter sprachlicher Kühnheit. An "normaler Umgangssprache", wie Fritz J. Raddatz sie sich wünscht, war Faulkner, das belegt der amerikanische Text, nicht interessiert.

Helmut Frielinghaus, Susanne Höbel Hamburg

Das Foto über Ihrem Artikel zeigt nicht etwa "eine der Landstraßen in Mississippi" – die sind auch im tiefen Süden längst asphaltiert –, sondern einen Feldweg nahe dem Ort Merigold. Das Gebäude auf dem Bild, es soll offenbar Armut und Rückständigkeit suggerieren, ist in Wirklichkeit eine Perle unseres Staates. Es handelt sich um das PoMonkey: einen der letzten juke joints, der ehemals so vielen Bluesclubs auf dem Lande. An Donnerstagabenden treffen sich im PoMonkey Einheimische und Reisende zu rauschenden Bluespartys.

Wolfgang Streitbörger, Bielefeld Verkehrsbüro Memphis & Mississippi