Traurig steht es momentan um die Personalreserven der Parteien. Selbst dem Neuwahlgespenst schien es davor zu schaudern, und es zögerte lange, ernsthaft in Erscheinung zu treten. Doch in dieser Düsternis meldete sich jetzt eine frühere Lichtgestalt, die beinhart mit den herrschenden Zuständen abrechnet. Ein Titan aus den längst vergangenen Tagen der gloriosen Schüssel-Regierung, der die Kunst unbeschwerter Unterhaltung ins Hohe Haus brachte und die Leichtigkeit der Operette in das öde Tagesgeschäft einfließen ließ. Nun kritisiert er kompetent und völlig zu Recht die katastrophale Situation mit dem traditionellen Stoßseufzer: "Armes Österreich, so eine schlechte Regierung hat sich dieses Land nicht verdient!" Das hat historisches Gewicht, vergleichbar höchstens mit Schuschniggs Anrufung des Allmächtigen im Jahre 1938. Es ist hier – natürlich – von Karl-Heinz Grasser die Rede, der nach seinem Ausscheiden aus der geschützten Werkstatt der Politik trotz seiner Qualitäten seltsamerweise kein wirklich tolles Jobangebot aus der Privatwirtschaft erhielt. Er wählte daher die sonst eher weibliche Taktik, reich einzuheiraten. Daraufhin glänzte er an allen mondänen Stränden dieser Welt in der Rolle eines Grüß-Gott-Augusts in Boxershorts für die Kristalldynastie seiner Gemahlin. Wehmütig erinnert man sich an seine Homepage mit den rührenden Kindheitsfotos. Oder an seine unglücklichen Verwicklungen in gescheiterte Bankgeschäfte. Nicht zu vergessen das festgefrorene Grinsen, wie es wohl nur eine Mutter lieben kann. Eigentlich genau das, was uns derzeit noch fehlt.