Der Tag beginnt mit einer dieser kernigen Bemerkungen, die leicht übertrieben sind, fetzig klingen, zum Lachen anregen und die Stimmung lockern sollen. In diesem Fall lautet der Spruch so: "Für alle, die seekrank werden, halten wir vorab Schokoladenpudding und heißen Minztee parat – wenn es auf den Booten jemandem hochkommt, schmeckt es wenigstens nach After Eight." Jan Nielsen sagt’s, grinst in die Runde und fährt fort in seiner Einführung.

Nielsen ist Geschäftsführer der Firma Supersail. Supersegeln. Der Name umreißt eines jener Angebote, die von Laien gebucht werden können, um einen Einblick in die verschärften Welten von Sportprofis zu bekommen. Und heute wird gesegelt.

Allerdings nicht auf handelsüblichen Booten. Vor dem Ufer des Kieler Segelcamps liegen zwei Hightechjachten parat. Geschosse mit 33 Meter langen Masten, die so hoch wie elfstöckige Wohnhäuser in den Himmel ragen. Die Rümpfe sind aus Karbonmatten laminiert und gebrannt, extrem leicht, extrem fest. Auch die Segel bestehen aus Karbonfasern und muten wie gigantische Metallwände an. Allein das Großsegel hat die Fläche eines Jumbojet-Flügels.

An Bord der 25 Meter langen Rennjachten gibt es keine Koje, keine Toilette, keine Polster, keine Reling, kein Messing. Alles wurde designt, um ein Ziel zu erreichen: den Gewinn des America’s Cup, jenes Segelrennens, bei dem spleenige Milliardäre und ihre hoch bezahlten Mannschaften um die älteste Sporttrophäe der Welt buhlen.

Wettkampfstimmung kommt auf. Nur einen Pokal gibt es nicht

Die beiden Boote, die heute für Gäste bereitstehen, heißen España 5 und New Zealand 39 . 1995 segelten diese beiden Exemplare vor San Diego um die legendäre Schnabelkanne. Der Neuwert damals: 16 Millionen Euro im regattafertigen Zustand. Pro Boot.

Vor einigen Jahren hat Jan Nielsen die beiden gebrauchten Karbonmaschinen gekauft und bietet Interessierten nun die Möglichkeit, ein inszeniertes Rennen aus der Bordperspektive zu erleben. Und dafür müssen die Teilnehmer nicht einmal segeln können.