Ein unfassbarer Skandal erschüttert die politische Landschaft. BZÖ-Chef Peter Westenthaler, der tadellose Chevalier der österreichischen Innenpolitik, wurde wegen Körperverletzung angezeigt. Vor geraumer Zeit geriet er lediglich in Verdacht, zu einer Gewalthandlung angestiftet zu haben. Diesen Makel wollte er nicht auf sich sitzen lassen und wurde nun seinem Ruf als Mann der Tat gerecht. Er streifte mit seinem Auto das Knie eines Polizeibeamten. Dieser habe ihn hindern wollen, links abzubiegen – was zwar im Fall dieses Politikers ein absurdes Unterfangen ist, doch der Chef der Zwergpartei habe offensichtlich nicht akzeptieren wollen, dass die Staatskarosse von Angela Merkel nach dem EM-Hit Deutschland gegen Österreich Vorfahrt hatte. Vor ihm! Also verschaffte er sich durch Einsatz seiner Stoßstange Recht. Angeblich sei wegen der harten Knochen des Ordnungshüters Schaden an Westenthalers Fahrzeug entstanden. Verständlich seine Empörung. Man wolle ihn systematisch ruinieren, behauptet er und fragt sich, ob er "als Obmann einer Oppositionspartei, deren Chancen bei der kommenden Wahl gut stehen, für vogelfrei erklärt" werde. Die Einwirkung, die ein ruhendes Kniegelenk auf ein mit geringer Geschwindigkeit rollendes Fahrzeug ausübt, sollte nicht unterschätzt werden. Im Fall des Politikers muss sie wohl ein Peitschenschlagsyndrom verursacht haben. Und wir fragen uns, wann endlich Schluss ist mit diesen Polizeistaatsmethoden, durch die ein unbescholtener Volksvertreter so erheblich verletzt wird, dass ihm der Realitätssinn völlig abhandenkommt.