Hobbyastronomen fiebern diesem Moment seit Wochen entgegen. An diesem Freitag, am späten Vormittag, werden sie ihre Teleskope aufstellen und gespannt auf die Sonne ausrichten. Wenn sich um 10.39 Uhr dann der Mond langsam zwischen Erde und Sonne schiebt, wird sein Schatten Mitteleuropa für einige Minuten in eine partielle Sonnenfinsternis tauchen.

Hubertus Wöhl wird dieses Naturschauspiel gelassener beobachten. Wöhl ist Astrophysiker am Kiepenheuer Institut für Sonnenphysik in Freiburg und beschäftigt sich von Berufs wegen tagtäglich mit der Sonne. Für ihn ist das Spektakel an diesem Freitag nicht mehr als ein "schönes optisches Ereignis". Mittels moderner Satelliten- und Teleskoptechnik kann er jederzeit Sonnenfinsternisse beobachten.

Wöhl hat sich während seines Physikstudiums auf Sonnenphysik spezialisiert und betreibt nun zusammen mit seinen Freiburger Kollegen Grundlagenforschung. Sie konstruieren Teleskope, beobachten damit die Sonne und werten die gewonnenen Daten aus.

Die Sonnenphysik ist nur ein Teilgebiet der Astrophysik. In anderen Bereichen werden Entstehung, Beschaffenheit und Entwicklung von Galaxien und Sternen erforscht, Schwarze Löcher unter die Lupe genommen oder hochenergetische Teilchen aus dem Weltraum aufgefangen und untersucht. Eine profunde Ausbildung in Physik inklusive Promotion ist dafür unerlässlich. In der Regel braucht ein Forscher zehn Jahre bis zur Dauerstelle. In der freien Wirtschaft werden kaum Astrophysiker beschäftigt, die meisten arbeiten für Forschungsinstitute oder Universitäten. Dort seien die Zukunftsperspektiven für Nachwuchsforscher aber gut, sagt Hubertus Wöhl, besonders Frauen seien gefragt, um die Männerdominanz in der Astrophysik abzufedern.

Ausbildungsdauer: Sieben bis zehn Jahre
Arbeitszeit: Mindestens 50 Stunden pro Woche
Jahresverdienst: 50000 – 100000 Euro