Was ist eigentlich Bildungsurlaub?

Im Gegensatz zur betrieblichen Weiterbildung soll der Bildungsurlaub der Allgemeinbildung dienen. Wer seine Sprachkenntnisse auffrischen, mehr über politische Hintergründe erfahren oder Softskills trainieren will, bekommt dafür Extraurlaub – sofern er ein zur Weiterbildung anerkanntes Angebot nutzt. Dieses Recht auf Bildungsfreistellung besteht seit 1976, wie es jedoch im Einzelnen umgesetzt wird, ist je nach Bundesland sehr verschieden. So gibt es zum Beispiel in Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen und Thüringen gar keine gesetzlichen Regelungen, sondern nur arbeits- oder tarifvertragliche Vereinbarungen.

Um wie viele Urlaubstage geht es?

In der Regel stehen einem fünf Tage pro Jahr zu, in Hamburg kann man zum Beispiel auch innerhalb von zwei Jahren zehn Tage am Stück nehmen. In Berlin können alle, die nicht älter als 25 sind, sogar zehn Tage pro Jahr freigestellt werden; in Nordrhein-Westfalen haben Auszubildende dagegen keinerlei Anspruch auf Bildungsurlaub. Im Saarland müssen Arbeitnehmer für jeden Tag Bildungsurlaub auch einen regulären Urlaubstag beisteuern.

Aus welchen Angeboten kann man wählen?

Die Palette der Angebote ist groß – vom Ökologieseminar im Nordfriesischen Wattenmeer über Wochenendseminare "Systematische Rhetorik" oder "Gelassen und sicher im Stress" bis zum Französisch-Intensivkurs in Kanada. Je exotischer, desto teurer, wobei die Bildungshungrigen die Kosten für ihren Urlaub natürlich selber tragen müssen. Zu finden sind die Angebote im Internet; Veranstalter von Sprachreisen weisen die als Bildungsurlaub anerkannten Reisen in der Regel in ihren Katalogen aus.

Wie wird der Bildungsurlaub genehmigt?