Deutschlandkarte – die Analyse

Wer es schafft, die Karte links auswendig zu lernen, kann auf der nächsten Party oder Vernissage mächtig Eindruck schinden, indem er Gäste mit dem Wissen über eine in deren Heimat ansässige Geistesschule überrascht. Zur wissenschaftlichen Analyse dagegen eignet sich die Karte weniger, denn man kann aus der Lage der Denk-, Maler- und Wissenschaftsschulen nur sehr bedingt schließen, welche Region geistig besonders potent ist, schließlich bestimmte der Zufall, ob sich ein Kreis von Künstlern oder Denkern nach ihrer Stadt benannte (oder benannt wurde); so hätte sich der Blaue Reiter ohne Weiteres "Neue Münchner Schule" nennen können.

Wenn sich heutzutage eine Gruppe als "Schule" bezeichnet, dann ist entweder Ironie oder Wichtigtuerei im Spiel. Weshalb Sportreporter übrigens dazu neigen, zwei oder drei halbwegs talentierte Fußballer aus Mönchengladbach als "Gladbacher Schule" zu bezeichnen. Diese Sportreporter gehören zumeist der "Alten Kölner Schule (um H. Faßbender und S. Simon) an.

Redaktion: Matthias Stolz; Recherche: Nele Heinevetter