Dresden die Schacholympiade stattfinden, zu der circa 1500 Spieler aus 150 Nationen erwartet werden. An herausragender Stelle dafür verantwortlich sind der Präsident des deutschen Schachbunds, Robert von Weizsäcker, und sein Stellvertreter Matthias Kribben. Wie man in Dresden erfolgreich sein kann, haben diese beiden nun vorgemacht. Wohl ziemlich atypisch für Sportrepräsentanten, indem sie selbst bei der gerade beendeten Fernschacholympiade als Mitglieder der deutschen Mannschaft tiefschürfend und geschickt die Figuren rückten und so wesentlich zum Sieg Deutschlands beitrugen. Beim Fernschach sind "langsame Brüter" gefragt, die Entscheidung über den nächsten Zug beansprucht gar nicht selten etliche Tage. So werden aber auch Strategeme gefunden, die im wahrsten Sinne des Wortes über den Horizont des Nahschach- spielers und oft auch der leistungskräftigsten Computer weit hinausgehen, was dem wissenschaftlich-analytischen Naturell des Finanzökonomen und Fernschachgroßmeisters Robert von Weizsäcker sehr entgegenkommt.

Im November wird in

Diese Stellung hatte er als Weißer am Zug gegen den US-Amerikaner Duliba, wobei der schwarze Verteidigungsriegel mit "konventionellen" Mitteln nicht geknackt werden kann. Mit einem fantastischen, paradoxen und so äußerst schwer zu findenden (typisch Fernschach!) Opferdurchbruch bewog von Weizsäcker Schwarz trotzdem nach wenigen Zügen zur Aufgabe – in einer Stellung, in der er ein Matt in 32 (!) Zügen hätte ankündigen können. Wie kams?

Helmut Pfleger

Lösung aus Nr. 31:
Wie hätte Weiß mit einer herrlichen, aber äußerst schwer zu findenden Opferkombination den schwarzen König matt setzen können? Nach 1.Dd8+! Kg7 2.f6+ Kh6 beteiligt sich der weiße Monarch mit 3.Kh4!! am Mattsetzen und nimmt seinem Gegenüber wichtige Fluchtfelder, ohne Angst vor 3…Dxd4+ zu haben, denn nach 4.g4 Db4 lenkt das Damenopfer 5.Df8+!! die schwarze Dame von der 4. Reihe ab, sodass nach 5…Dxf8 6.g5 matt ein kleines Bäuerlein die große Tat vollendet