Jenseits der blauen Küsten haben die Fotografen ihre Kamera immer wieder auf die sardische Alltagskultur im Hinterland gerichtet. Schon um 1930 fokussierte Bernd Lohse schwarz gekleidete Dorfbewohnerinnen, die Reisigbündel zu ihren Häusern schleppten. Die Aufnahmen Herlinde Koelbls aus den neunziger Jahren zeigen, wie spurlos die Zeit auch weiterhin an vielen Insulanern vorübergezogen ist: Im Leben von Hirten (unser Bild), wallfahrenden Bäuerinnen und Wäscherinnen haben die Traditionen überdauert. Die Ausstellung La Sardegna ist Teil eines Festivals im Museum Europäischer Kulturen in Berlin. Einen Monat lang geben Künstler und Wissenschaftler Einblick in Literatur, Handwerk, Musik und Folklore der Mittelmeerinsel. Die Ausstellung selbst präsentiert historische Bilder, aber auch zeitgenössische Werke italienischer Fotografen wie Salvatore Ligios oder Mario Arca. Ganz gleich, ob der Blick aus einheimischer oder fremder Perspektive kommt, ob er sich auf karges Ackerland richtet oder das archaische Leben der Menschen: Melancholie überschattet jedes Motiv, das unter sardischer Sonne eingefangen wurde.

Die Veranstaltungsreihe "La Sardegna" läuft bis zum 31. August.
Öffnungszeiten der Ausstellung: Di–Fr 10–18 Uhr, Sa–So 11–18 Uhr
Eintritt: 6 Euro
Museum Europäischer Kulturen
Arnimallee 25
14195 Berlin
Tel. 030/83901-438
www.smb.museum/mek