Er ging als Drache, Koala und Känguru. Er rannte durch Rugbystadien, schüttelte Hände und ließ sich mit Kindern fotografieren. Er schwitzte unter künstlichem Fell, lugte durch Sehschlitze und lief sich die Sohlen ab. Kaum war Markus Kalkbrenner dann von seinem Studienaufenthalt in Australien zurück, lieh er sich die Nähmaschine seiner Oma und machte seinen Nebenjob als Maskottchenträger in Sydney zu seinem Hauptberuf in Deutschland – er wurde Maskottchenbauer. Seither stolzieren seine menschengroßen Mäuse, Papageien, Bären, Hirsche in Vergnügungsparks, bei Firmenveranstaltungen oder in Stadien umher. Und wenn an diesem Wochenende die Bundesliga-Saison beginnt, wird Kalkbrenner wieder ganz genau hinsehen: Denn er, der Karlsruher, hat "Fritzle" gemacht, das Maskottchen des VfB Stuttgart – durchaus mutig angesichts der anhaltenden Rivalität zwischen den Stuttgartern und dem Karlsruher SC. In den vergangenen Wochen hat er das grüne Krokodil wie immer für die Saison getrimmt, es gewaschen, die Risse unter den Achseln genäht, Sturzschäden ausgebessert. "Derzeit ist Fritzle Version 2 unterwegs, vielleicht gibt es bald auch schon Version 3", sagt Markus Kalkbrenner. Sechs bis zehn Maskottchen baut er pro Jahr, an die sechs Wochen sitzt er an jedem Modell. Sie sind für 1,75 Meter große Träger konzipiert. Als Vorlage dienen Skizzen oder Plüschtiere. Die Köpfe modelliert er aus Schaumstoff, sie sind 800 Gramm leicht. Die Körper werden aus Fellimitaten zusammengenäht. "Ich suche leichte, luftdurchlässige Stoffe, aber setze im Zweifelsfall dann doch lieber auf Qualität", sagt Kalkbrenner. Wie in der Mode gibt es auch im Maskottchenbau Trends. Zu große Köpfe sind derzeit nicht mehr gefragt, dafür körperbetontere Kostüme.

Ausbildung: Geoinformatiker
Arbeitszeit: 60 Stunden pro Woche
Gehalt: 2500 bis 4500 Euro pro Maskottchen