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Frage: Was steht vor einer McDonald’s-Filiale und hat einen Intelligenzquotienten von 120? Antwort: Sechs Manta-Fahrer. Haha! Das Wesen insbesondere schlechter Witze ist unergründlich, sollte man meinen, aber der Brockhaus weiß es besser: "Der Witz ist eine kurze Erzählung, die eine überraschende, den Erwartungshorizont desavouierende Wendung durch ihre unvermutete Verbindung mit einem abliegenden Gebiet erhält, wodurch sowohl eine Sinn- als auch eine Bewertungsverschiebung eintritt", heißt es dort.

So gesehen waren Manta-Witze eigentlich nie welche, denn schließlich fehlte ihnen schon damals, als sie noch neu waren, gemeinhin die überraschende Komponente. Dennoch taugten sie offenbar als Waffe im Konkurrenzkampf zweier Autoproduzenten, von denen man bisher nicht ahnte, dass sie je miteinander im Wettbewerb standen: Manta-Hersteller Opel und, ja, Porsche. Darf man nämlich zwei Studenten der Filmwissenschaft glauben, ist dem Sportwagenhersteller aus Stuttgart die Urheberschaft an den Manta-Witzen zuzuschreiben. Kalauerkönig Karl Dall höchstpersönlich bürgte in ihrem kürzlich veröffentlichten und sehr professionell gemachten Internetclip dafür, dass Porsche auf diese Weise den Ruf eines hartnäckigen Wettbewerbers ruinierte. Das wiederum war ein Witz, allerdings ein guter.

Bleibt die Frage, warum sich die Opel-Freunde nicht gewehrt haben. Oder wenigstens fragten, was vor einer Prada-Boutique steht, mit einem IQ von 120. Anna Marohn