Asphaltsurfen ist kein Sport, auch wenn es so aussieht. Zwar erfordert es athletisches Talent und furchtlosen Körpereinsatz, Behändigkeit und Eleganz, Training und Leidensbereitschaft. Aber bei den großen Meisterschaften in Kalifornien ebenso wie in Leipzig streiten die Cracks nicht um den Sieg, sondern zelebrieren Kunst im öffentlichen Raum, alternative Lebensart, lässigen Lifestyle. Skateboarden ist die urbane Subkultur der Friedfertigen, die sich durch die Asphaltwüsten dieser Welt schlängeln statt drängeln. Vielleicht ließe sich mit dieser Mentalität sogar Afghanistan befrieden: zu cool zum kämpfen. Vergangenen Freitag, als im Kaukasus ein neuer Krieg ausbrach, übten Kinder in Kabul in einem ausgedienten Schwimmbecken Basistricks. "Skaetistan" heißt das australisch-afghanische Unterrichtsprojekt, es kostet lumpige 100000 Dollar im Jahr und ist eine Friedensmission ohne Risiko. EF

Heute: 8.8.2008