Der Weltwirtschaftsboom hat zwar seit der Jahrtausendwende auch viele arme Länder in Afrika und Asien erreicht, aber trotzdem nahm die Zahl der armen Menschen fast ungebremst zu. Darauf weist die UN-Entwicklungshilfeorganisation UNCTAD in ihrem jüngsten Bericht über die ökonomische Entwicklung in den ärmsten Ländern hin. Während in vielen asiatischen Ländern Erfolge bei der Armutsbekämpfung erzielt wurden, sieht es in Afrika weiter schlecht aus.

Ökonomen haben dafür eine ganze Reihe von Ursachen ausgemacht. So ist in den ärmsten Ländern die Bevölkerung weiter schnell gewachsen, aber es wurden nicht entsprechend viele neue Jobs geschaffen – zumindest nicht solche, von denen man sich selbst oder eine Familie ernähren kann. Das Wirtschaftswachstum konzentrierte sich auf wenige Enklaven, in denen Rohstoffe gefördert werden oder Exportartikel angebaut oder hergestellt werden. Diese haben nur geringe Verbindungen zum Rest der Volkswirtschaften.

70 Prozent der Menschen in den ärmsten Ländern leben von der Landwirtschaft, deren Produktivität seit den neunziger Jahren kaum zugelegt hat. Die Erträge reichen für die wachsende Bevölkerung nicht zum Überleben, weshalb die Landflucht nicht abreißt. Doch auch in den Städten, in denen die Landflüchtlinge dann landen, sind Jobs rar, die ein Überleben sichern. Die Zahl arbeitsloser Menschen ist dort gestiegen.

Das muss nicht ewig so bleiben. Doch vorerst verbirgt sich hinter den ermutigenden Wachstumsziffern vieler armer Länder eine andere Realität: mehr arme Menschen, aber steigende Einkommen an der Spitze. TF