Während sich westliche Autofirmen auf das dicht besiedelte Zentralrussland konzentrieren, beherrschen Gebrauchtwagen aus Asien den Osten. In Wladiwostok wird der Anteil der Autos aus Japan oder Südkorea auf mehr als 95 Prozent geschätzt. Versuche der Lobby der russischen Autobauer, Wagen mit Rechtssteuerung zu verbieten, scheiterten. So lenkt Russlands Ferner Osten vornehmlich rechts. "Beim Überholen auf der Landstraße", erzählt der Autohändler Dmitrij, "muss der Beifahrer den Steuermann geben."

Dmitrij arbeitet auf dem Gebrauchtwagenmarkt Grüne Ecke, der sich wie ein Stadtviertel aus Autodächern über Wladiwostoker Hügel zieht. Als die Einfuhr der Gebrauchtwagen vor Jahren gesetzlich erschwert wurde, begann er, seine Autos in Japan in Hunderte Einzelteile auseinanderzunehmen. Eine spezialisierte Werkstatt baut sie wieder zu einem Auto zusammen. Angemeldet werden die Wagen auf die Papiere eines schrottreifen Wagens desselben Modells.

Im vergangenen Jahr wuchs der russische Gebrauchtwagenmarkt um 46 Prozent auf 380000 Autos. "Wer einmal in einem japanischen Wagen fuhr", sagt Dmitrij, "setzt sich nie wieder in ein russisches Auto." vos