Kanadas Schulen gehören zu den besten der Welt, sie nehmen in den Pisa-Ranglisten stets einen Spitzenplatz ein. Bemerkenswert sind die geringen Leistungsunterschiede zwischen einheimischen und Zuwandererkindern. Bereits nach einer Generation können beide Gruppen gleich gut lesen und rechnen – in Deutschland dagegen vergrößert sich der Graben noch. Gleichzeitig ist der Einfluss der sozialen Herkunft auf den Schulerfolg relativ gering.

Die meisten kanadischen Schulen kennen keine Aufteilung der Kinder in unterschiedliche Schulformen. Erst nach der achten Klasse wird intern differenziert in hochschulvorbereitende und berufliche Bildungsgänge. Die föderale Organisation der Bildung ist ähnlich wie in Deutschland: Für die Schulen sind die Provinzen zuständig, wobei viele die Verantwortung auf lokale Ebenen übertragen haben. Mit 550 Lehranstalten verfügt Toronto über die größte kommunale Schulbehörde des Landes.

Kanada ist ein klassisches Einwanderungsland und verfolgt eine selektive Zuwanderungspolitik. Früher kamen hauptsächlich Europäer, inzwischen sind es häufig Asiaten. Rund 65 Prozent der Neubürger sind qualifizierte Fach- und Führungskräfte, viele von ihnen Akademiker. Bereits nach drei Jahren können sie einen Antrag auf Einbürgerung stellen.

Das Land versteht sich als multikulturelle Nation. Das ist seit 1988 sogar gesetzlich festgeschrieben, im Canadian Multiculturalism Act. Zwar gibt es lokal auch Kritik an einem Übermaß an Toleranz besonders gegenüber Muslimen. Die große Mehrheit der Bürger steht jedoch hinter dem Konzept der kulturellen Vielfalt. Die ethnischen Minderheiten sind wichtige Wählergruppen. In einigen Regionen stellen sie bereits die Mehrheit der Bürger. Spi