Atommüll ist unsichtbar. Normalerweise schlummert er in den Höhlen der Verdrängung tief unter unserer wirklichen Welt. Atommüllendlager: ein Wort wie Steinkohlelagerstätte oder Kyffhäuser oder Alberichshöhle. Atommülltransport: ein Wort wie Aufnimmerwiedersehen. Wer gegen das Problem protestieren will, muss es ans Licht holen. Deshalb fuhr vergangenen Montag eine Hamburger Antiatomaktivistin mit einem symbolischen Fass voll Strahlen nach Altona. Dort fand gerade ein "Klimacamp" statt, obwohl natürlich noch kein Konzern gewagt hat, in dem bunt-bürgerlichen Stadtteil ein Endlager zu planen. Aber sicher ist sicher, und Vorsicht ist die Mutter der Glaskokillenkiste (da hinein kommen flüssige radioaktive Abfälle). Wer nicht eines Tages plötzlich vor einem Kyffhäuser voll gelber Fässer aufwachen will, stelle das Verdrängte rechtzeitig in den Raum.EF

Heute: 18.8.2008

Foto: Jens Ressing/dpa