Manchmal erntet Volker Laakmann ungläubige Blicke, wenn er um sieben Uhr morgens bei fremden Menschen klingelt und sie um etwas Urin bittet. Für ihn gehört dieser Vorgang zum Berufsalltag. "Irgendwann ist es wie jeder andere Job auch. Man entwickelt Routine." Der 38-Jährige ist Dopingkontrolleur und Geschäftsführer bei der PWC GmbH, einem Unternehmen für medizinische Testverfahren im Sport.

Die Wochen vor den Olympischen Spielen waren für die PWC-Kontrolleure besonders arbeitsintensiv. Um möglichst saubere Spiele zu gewährleisten, hat die Weltantidopingagentur (WADA) in dieser Phase viele Kontrollen angesetzt. Die Antidopingbranche boomt, spätestens seit den Skandalen bei der Tour de France. In den letzten 15 Monaten hat sich die Anzahl der Kontrollen, die Laakmann und seine Kollegen durchführen, verdoppelt, weswegen sein Institut verstärkt auf der Suche nach Kontrolleuren ist. Das sind meistens Freiberufler. Für Laakmann arbeiten Frührentner, ehemalige Grenzschützer, Soldaten und Postbeamte. Für die Blutkontrollen ist eine medizinische Ausbildung notwendig. Die wichtigsten Voraussetzungen: Die Mitarbeiter müssen zeitlich flexibel sein und finanziell unabhängig, um die Gefahr der Bestechlichkeit auszuschließen.

Und sie müssen den Sportlern sorgfältig "beim Pinkeln zuschauen" können, wie es Laakmann ausdrückt. Denn die Tricks, Urinproben zu manipulieren, sind zahlreich. Ein täuschend echter Kunststoffpenis, der mit einem Urinbeutel unter dem Arm verbunden ist, ist nur die ausgefeilteste Methode. Zwischen 10 und 30 Kontrollen führt ein PWC-Mitarbeiter monatlich durch. Dabei arbeiten die Kontrolleure unter erheblichem Druck. Ein Fehler kann mitunter ernste Folgen für den Sportler haben. Laakman ist deswegen konsequent: Nach dem ersten groben Fehler wird der Mitarbeiter gefeuert.

Arbeitszeit: 20 bis 70 Stunden
Jahresverdienst:
2000 bis 24.000 Euro