Ich gehe immer in der Stadt zur Schule, in der meine Mutter gerade mit ihrer Ballwurfbude auf dem Rummelplatz steht. Manchmal schäme ich mich, wenn ich dorthin komme, weil ich nicht dazugehöre, ein Außenseiter bin. Es ist nicht nur schwer, neue Freunde zu finden, ich habe es ja auch ständig mit neuen Lehrern zu tun. Habe ich in der einen Schule das gelernt, wollen sie in der nächsten etwas völlig anderes von mir wissen. Die Mitschüler können sich oft gar nicht vorstellen, wie wir vom Rummelplatz leben, dass wir immer umherziehen und in einer großen Gemeinschaft aufwachsen. Das Reisen würde ich niemals freiwillig hergeben, dagegen könnte ich auf Schule manchmal gerne verzichten. Wenn ich nach Hause komme, gibt es Mittagessen, und dann mache ich Hausaufgaben. Aber an manchen Tagen fahre ich auch zuerst mal eine Runde Autoscooter. Wenn wir sagen, dass wir vom Platz sind, können wir überall umsonst mitfahren, kriegen Eis und Zuckerwatte, alles, was wir wollen.

Aufgezeichnet von Kathrin Harms und Jeannette Otto

Name: Marvin Schweitzer
Alter: 9 Jahre
Ort: 3. Klasse, in ganz verschiedenen Städten